Der Koran im ‚West-östlichen Divan‘ - Goethes Begegnung mit dem heiligen Buch des Islams

„Durch Herder wurde Goethe frühzeitig, womöglich schon im Straßburger Winter 1770/71, zur Lektüre des Korans veranlaßt. Bald stoßen wir auf Zeugnisse ungewöhnlicher innerer Anteilnahme am Islam und am Propheten Mohammed. Damals wurde der Grund gelegt zu jener Wertschätzung des Korans, die in Goethes Altersjahren der West-östliche Divan bekundet, das Werk, in dem Islam und Koran auf unvergleichliche Weise geehrt werden.“[1]

Katharina Mommsen

 

I Der Koran im Islam und im Abendland

Der Koran, die Heilige Schrift des Islams, ist nach muslimischer Auffassung das unmittelbare Wort Gottes, welches dem Propheten Muhammad über einen Zeitraum von 23 Jahren (610-632 n. Chr.) „in einer klaren arabischen Sprache“[2] offenbart wurde.

Das Wort Koran bedeutet wörtlich „Vortrag, Rezitation, Lesung“. Neben dem Memorieren und der schriftlichen Fixierung sicherten die rituellen Rezitationen die Authentizität des Textes, die nicht nur von Muslimen, sondern ebenso von der Mehrheit westlicher Islamwissenschaftler/-innen vertreten wird. Die renommierte Islamwissenschaftlerin Angelika Neuwirth, die in einem Beitrag die bisherige Koranforschung zusammenfasst, schreibt, dass davon ausgegangen werden darf, „daß mit höchster Wahrscheinlichkeit alle Verse des Korans, wie er uns heute vorliegt, authentisch, d. h. von Mohammed selbst verkündet sind.“[3]

Christliche Geistliche und Gelehrte fingen bereits im siebten Jahrhundert n. Chr. an sich mit dem Koran zu befassen. Nach und nacherlangte, insbesondere durch die muslimische Herrschaft in Andalusien und die Kreuzzüge, auch die abendländische Christenheit Kenntnisse über den Koran. Die ersten lateinischen Koranübersetzungen und Streitschriften gegen den Koran gehen auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück. Die abendländische Koranrezeption war jedoch von Vorurteilen und Vorbehalten geprägt. In der Vormoderne waren die Motive des Koranstudiums überwiegend polemischer bzw. missionarischer Natur. Die Goethe-Expertin Katharina Mommsen fasst ihre diesbezügliche Auswertung wie folgt zusammen:

„Seit den Kreuzzügen gab es in Europa einzelne Übersetzungen des Korans, die von Vertretern der christlichen Kirche zur Bekämpfung der muslimischen Religion veröffentlicht wurden. Ihre gegenüber dem Islam extrem feindliche Tendenz tut sich schon in Polemiken auf den Titelblättern, in Vorworten und Fußnoten kund.“[4]

Der schottische Islamwissenschaftler Montgomery Watt (1909-2006) kam zu derselben Schlussfolgerung:

„Insbesondere unter dem Eindruck der Kreuzzüge wollten im 12. und 13. Jahrhundert abendländische Gelehrte mehr über die islamische Religion in Erfahrung bringen. Aber das Bild, das sie dabei entwarfen, kann man wohl am treffendsten mit dem Attribut „verzerrt“ belegen. Die abendländische Einstellung gegenüber dem Islam und den Muslimen orientierte sich dann über Jahrhunderte hinweg an diesem „verzerrten Bild“.“[5]

Für die nähere Betrachtung der Koranrezeption Goethes ist es durchaus hilfreich die grundlegende Botschaft und die wesentlichen Inhalte des Korans an dieser Stelle zu referieren:[6]

  • Es gibt einen einzigen, nicht-trinären Gott.
  • Dieser Gott wählt Menschen aus, denen er sich offenbart und die er als Propheten sendet.
  • Jesus ist wie Muhammad ein Mensch und ein Gesandter Gottes.
  • Muhammad ist der letzte Prophet und der Koran die letzte Offenbarung, die alle vorherigen Offenbarungen beinhaltet, ihre Verformungen korrigiert, erweitert, aktualisiert etc.
  • Alle Menschen sind unabhängig von Rang, Ethnie, Geschlecht etc. vor Gott gleich.
  • Es gibt keine Erbsünde. Jeder Mensch ist für sein Tun selbst verantwortlich,
  • Es gibt ein ewiges Leben nach dem Tod, das sich gemäß dem menschlichen Verhalten gestalten wird, wobei die Gnade und Gerechtigkeit Gottes eine entscheidende Rolle spielen.
  • Sinn des menschlichen Lebens ist die Erkenntnis und Anbetung Gottes bzw. ein gottgefälliges Leben.
  • Islam, die gottgegebene und natürliche Religion, bedeutet freiwillige Hingabe an Gott.

Die zentrale Stellung, die der Koran bei den Muslimen/-innen innehat, bringt Hartmut Bobzin, Experte für Geschichte der westlichen Koranrezeption, in folgenden Worten zum Ausdruck:

„… dieses Buch ist nicht nur so etwas wie die Gründungsurkunde des Islam, es ist zugleich das bis heute unumstrittene Zentrum des Islam als Religion in all seiner Vielfalt, und vor allem die nie versiegende Quelle der dem Islam eigenen Spiritualität. Und der Koran ist ein unverzichtbarer Bestandteil nicht nur der arabischen Literatur, an deren Anfang er steht und deren Sprache er zutiefst beeinflußt hat, sondern auch der Weltliteratur. Muslime sprechen von der „Unvergleichbarkeit“, ja der „Unnachahmlichkeit“ des Korans, und es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Überzeugung nicht ernst zu nehmen. Daher kommt man dem Koran nicht näher, man verbaut sich sogar jeden Zugang, wenn man ihn mit fremdem Maße mißt: Der Koran ist nicht die „Bibel“ der Muslime, sondern etwas ganz Eigenes, Unverwechselbares.“[7]

 

II Goethes Beschäftigung mit dem Koran

Nach Mommsen ist Goethes Beschäftigung mit dem Koran so intensiv, „daß der Koran nach der Bibel die religiöse Urkunde gewesen ist, mit der Goethe am vertrautesten war.“[8] Goethes Beziehung zum heiligen Buch des Islams war nicht nur intellektueller Natur. Es ist unverkennbar, dass er versucht war, den Koran aus einer Innenperspektive heraus zu verstehen und nicht mit einer distanzierten Außenperspektive an diesen heranging. Seine persönliche Bindung zum Koran bekundet er, wenn er gedenkt „ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht zu feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward.“ Zudem ergänzt er: „Hier ist noch gar manches zu gewinnen.“[9] Jene heilige Nacht, von der Goethe hier spricht, in welcher der Koran herabgesandt wurde, ist nach muslimischem Verständnis die Nacht der Bestimmung (lailat al-qadr) im Monat Ramadan.

Goethe zeigte bereits in seinen jungen Jahren reges Interesse für die Heilige Schrift der Muslime. Das früheste unbezweifelbare Zeugnis für Goethes Kenntnis des Korans ist ein Brief an Johann Gottfried von Herder (1744-1803), der ihn frühzeitig, „womöglich schon im Straßburger Winter 1770/71, zur Lektüre des Korans veranlaßt“[10] hatte. Im Juli 1772 schrieb Goethe an Herder: „Ich möchte beten wie Moses im Koran: Herr mache mir Raum in meiner engen Brust[11].[12] Mommsen konnte auch in Goethes Schauspiel Götz von Berlichingen (1772) Verknüpfungen zum Koran nachweisen.[13]

Etwa ein Jahr vor diesem Schreiben und dem Verfassen des Schauspiels, im September 1771, erschien die erste direkte deutsche Koranübersetzung aus dem Arabischen von Friedrich Megerlin (1698-1778).[14] Megerlin, dessen Arabischkenntnisse eher gering waren, war in seiner Übersetzung sehr polemisch, denn er diffamierte den Propheten des Islams als einen „falschen Propheten und Antichristen“. Er reiht sich damit ganz in die Tradition der antitürkischen Haltung ein, denn nicht zufällig heißt der Titel seiner Übersetzung Die türkische Bibel.[15] Goethe, der sich mit dieser Übersetzung auseinandersetzte[16], bezeichnete diese als „elende Produktion“[17].

Eine andere Koranübersetzung, die Goethe intensiv heranzog, war die, 1698 zusammen mit dem Arabischen erschienene, lateinische Version von Ludovico Marracci (1612-1700)[18]. Anhand dieses Werks hat Goethe sprachliche Korrekturen an ausgewählten Auszügen der Übersetzung Megerlins vorgenommen.[19]

Die einigermaßen neutrale Koranübersetzung des französischen Diplomaten André du Ryer (1590-1672)[20] konnte sich Goethe ebenso für seine Arbeit zunutze machen.[21] Ryer, dessen Übertragung als die „erste erhaltene vollständige direkte Übersetzung des Korans aus der arabischen Ursprache in eine europäische Volkssprache“[22] gilt, benutzte muslimische Kommentarwerke und bemühte sich zudem um eine leichte Verständlichkeit.

Die englische Koranübersetzung von George Sale (1697-1736)[23], die ein Jahrhundert lang wichtige Quelle für das Koranstudium war und von Kennern aufgrund der großen Nähe zum arabischen Original sehr wertgeschätzt wurde, wurde auch bald ins Deutsche übersetzt.[24] Goethe soll daraus Anregungen für seine eigene dichterische Produktion geschöpft haben.[25] Trotz all dieser Vorzüge gab Goethe mit der Frage „Denn was ist auch jetzo Sale für uns?“[26] zu verstehen, dass er sich eine bessere Übersetzung gewünscht hätte.

Denn der Koran, im arabischen Original ein Gipfelpunkt sprachlich-klanglicher Schönheit, „nimmt sich in den meisten abendländlichen Übersetzungen mehr oder weniger spröde, naiv und unbeholfen aus. Die übermächtige Wirkung dieses mystischen Buches ist an die arabische Sprache gebunden.“[27] Der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856)[28], der die Zeitschrift Fundgruben des Orients herausbrachte, war sich dieser Problematik bewusst und bewertete den Koran als ein „Meisterwerk der arabischen Dichtkunst“.[29] So bemühte er sich eine anspruchsvollere Übersetzung zu liefern, die nach Mommsens Urteil „insgesamt nicht als geglückt betrachtet werden kann“[30]. Um einen Eindruck von jener Übersetzung zu bekommen, die Goethe vorlag[31], seien hier einige Verse angeführt:

  1. Wann die Sonne wird verdunkelt,
  2. Wann kein Stern mehr am Himmel funkelt,
  3. Wann die Berge in Rauch verschweben,
  4. Wann trächtige Kamele keine Milch mehr geben,
  5. Wann die wilden Thiere kommen zusammen,
  6. Wann die Meere sich entflammen (Koran, 81:1-6)[32]

Goethe machte sich Gedanken über eine gute Koranübersetzung, deren Übersetzer folgende Eigenschaften mitbringen sollte:

„Wir wünschen, dass einmal eine andere unter morgenländischem Himmel von einem Deutschen verfertigt würde, der mit allem Dichter- und Prophetengefühl in seinem Zelte den Koran läse, und Ahndungsgeist genug hätte, das Ganze zu umfassen.“[33]

Goethe faszinierten „die im Koran in großer Zahl zu findenden Aufforderungen an den Menschen, in der Natur die Allmacht und Güte Gottes zu erkennen“[34]. „Seine Überzeugung, daß der Mensch sich aus der Vielfalt der Naturerscheinungen emporheben müsse zur Erkenntnis des Einen Gottes, fand es im Koran gleichnishaft vorgebildet.“[35] „Im Koran fand Goethe“, stellt Mommsen fest, „eine Ermutigung zum Tätigwerden in dieser Welt“.[36]

In seinen Noten und Abhandlungen zum Divan setzt sich der deutsche Dichter mit dem Islam und Koran in prosaischer und für seine Leserinnen und Leser in erklärender Form auseinander. Wir finden darin direkte, teils ambivalente, Aussagen über den Koran. An einer Stelle zitiert er den Anfang der zweiten Sure und stellt fest: „Der ganze Inhalt des Korans, um mit wenigem viel zu sagen, findet sich zu Anfang der zweiten Sura[37].“ Dann führt er weiter:

„Und so wiederholt sich der Koran Sure für Sure. Glauben und Unglauben teilen sich in Oberes und Unteres; Himmel und Hölle sind den Bekennern und Leugnern zugedacht. Nähere Bestimmung des Gebotenen und Verbotenen, fabelhafte Geschichten jüdischer und christlicher Religion, Amplifikationen aller Art, grenzenlose Tautologien und Wiederholungen bilden den Körper dieses heiligen Buches, das uns, so oft wir auch daran gehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abnötigt.“[38]

Goethe pries den Stil des „staunenswürdigen Korans“ mit folgenden Worten:

„Der Stil des Korans ist seinem Inhalt und Zweck gemäß streng, groß, furchtbar, stellenweise wahrhaft erhaben; so treibt ein Keil den andern, und darf sich niemand über die große Wirksamkeit des Buches verwundern. Weshalb es denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit Gott gleich ewig erklärt wurde.“[39]

Mommsen kommentiert, dass die Worte „wahrhaft erhaben“ zu den höchsten Prädikaten gehören, mit denen Goethe ein sprachliches Kunstwerk auszeichnen könnte.[40] Diese literarische Ästhetik des Korans, die Goethe registrierte, stimmt mit der muslimischen Auffassung des Korans weitgehend überein, denn dieser wird in der islamischen Theologie als ein ‚Wunder der Sprache‘ angesehen. Der im Koran selbst verankerte Lehrsatz besagt, dass der Koran unnachahmlich (i‘dschaz) ist und nicht übertroffen werden kann.[41]

 

III Der Koran im ‚West-östlichen Divan

Der in zwölf Bücher eingeteilte West-östliche Divan ist eine umfangreiche Gedichtsammlung Goethes, die zuerst 1819 und dann erweitert 1827 erschien. Die Entstehung des Divans wurde durch zahlreiche Ereignisse eingeleitet. Das Koran-Blatt aus Spanien[42], das die 114. Sure[43] enthielt, der islamische Gottesdienst in Weimar[44], dem Goethe beiwohnte, und die Fülle der zu ihm gelangten orientalischen Manuskripte aus Leipzig, darunter Kommentare zum Koran[45], die er intensiv studierte[46], waren als Inspiration von so nachhaltiger Wirkung, dass sie ihn gar dazu brachten, Arabisch zu lernen. „Durch sie fühlte sich Goethe in seinem Bestreben zur „Hegire“, zur ideellen Auswanderung ins Morgenland, ermutigt und bestärkt.[47] Doch den entscheidenden Anstoß gab der persische Dichter Hafis, dessen Sammlung Diwan (1812) Goethe in der Übersetzung von Joseph von Hammer-Purgstall geschenkt bekam.

Die poetische Produktivität, die durch Hafis ausgelöst wurde, bringt Goethe selbst zum Ausdruck: „Ich musste mich dagegen produktiv verhalten, weil ich sonst vor der mächtigen Erscheinung nicht hätte bestehen können. Die Einwirkung war zu lebhaft, die deutsche Übersetzung lag vor, und ich mußte also hier Veranlassung finden zu eigener Teilnahme.“[48] Seine Begegnung mit Marianne von Willemer - der ‚Suleika‘ im Divan -, die seine dichterische Produktivität im Rahmen des Divans in höchsten Maßen steigerte, soll hier nicht unerwähnt bleiben.[49]

Dass Goethe nicht nur von Hafis, sondern auch vom Koran inspiriert wurde, wird im Folgenden anhand einiger Gedichte aufgezeigt.

Gottes ist der Orient!

Gottes ist der Okzident!

Nord- und südliches Gelände

Ruht im Frieden seiner Hände.[50]

Die ersten zwei Zeilen sind eine ungefähre Übersetzung des Verses 2:142, die Goethe in der Übertragung von Joseph von Hammer-Purgstall übernimmt: „Sag: Gottes ist der Orient, und Gottes ist der Occident“. Goethe nimmt diesen Gedanken auf und erweitert ihn auf Nord und Süd. Hinzu kommt seine implizite Friedensbotschaft: „Ruht im Frieden seiner Hände“.[51] Die Botschaft und Bedeutung dieses Vierzeilers ist damit nicht genug betont, denn wie Mommsen hervorhebt, liegt in den Versen „die Quintessenz von Goethes geistiger Auseinandersetzung mit dem Islam.“[52]

Zahlreiche Stellen machen mehr als deutlich, dass der Koran für Goethe als Anregung diente. So stimmen auch viele zentrale Gedanken des Dichters mit dem Koran überein, wie z. B. Einheit Gottes, Ergebung in den Willen Gottes. Mit anderen Worten: Goethe gibt die koranische Theologie in poetischer Sprache wieder.

Die Einheit Gottes und die Betonung der menschlichen Natur des Propheten Jesus bringt der Dichter wie folgt zum Ausdruck:

Jesus fühlte rein und dachte

Nur den Einen Gott im Stillen;[53]

Wer ihn selbst zum Gotte machte

Kränkte seinen heiligen Willen.


Und so muß das Rechte scheinen

Was auch Mahomet gelungen;

Nur durch den Begriff des Einen[54]

Hat er alle Welt bezwungen[55]

Goethe reflektiert in dem folgenden Gedicht ein Bild aus dem Koran[56], in dem zu lesen ist, dass Gott die Sterne gesetzt hat, „damit ihr zu Land und auf dem Meer geleitet werdet“:

Er hat euch die Gestirne gesetzt

Als Leiter zu Land und See;

Damit ihr euch daran ergetzt,

Stets blickend in die Höh.[57]

Die Gerechtigkeit[58] ist eines der wichtigsten Themen im Koran und der Gerechte ist ein essenzieller Name Gottes. Goethe greift diesen Aspekt in einem seiner Divan-Gedichte auf:

Er, der einzig Gerechte,

Will für jedermann das Rechte.

Sei, von seinen hundert Namen,

Dieser hochgelobet! Amen.[59]

Im Koran gibt Gott ein Gleichnis mit der Mücke[60], das Goethe in einem Gedicht anspricht:

Sollt' ich nicht ein Gleichnis brauchen

Wie es mir beliebt?

Da uns Gott des Lebens Gleichnis

In der Mücke gibt.[61]

Auch dieses Beispiel zeigt wie tiefgreifend Goethe aus dem Koran geschöpft hat und sich selbst ‚sekundäre‘ Bilder, Figuren etc. in seinen Gedichten auf das heilige Buch zurückführen lassen.

Eine sehr bedeutende Stelle aus dem Divan Goethes, die auch Anlass für Spekulationen über seine religiöse Identität gab, hebt den Wert des Korans für den Dichter besonders hervor:

Ob der Koran von Ewigkeit sei?

Darnach frag' ich nicht!

Ob der Koran geschaffen sei?

Das weiß ich nicht!

Daß er das Buch der Bücher sei,

Glaub ich aus Mosleminen-Pflicht.[62]

In dem Gedicht wird deutlich, dass Goethe die theologischen Spekulationen über die Ewigkeit des Korans bekannt waren. Ob hier das lyrische Ich oder Goethe persönlich spricht, sei dahingestellt, aber in jedem Falle wird deutlich, welch hohen Respekt er dem Koran zollt.

Die koranische Position[63] über die Dichter referiert Goethe in seinem Gedicht Anklage[64]. Eine ganze Sure des Korans[65] behandelt die Geschichte Suleika, die sich leidenschaftlich in Joseph verliebt. In seinem Buch Suleika[66] übernimmt er diese Rolle, während geringfügige Differenzen wie z. B. der Name Hatem anstatt Yussuph vorkommen. Die Entlehnungen und Inspirationen aus dem Koran und die Anspielungen auf diesen sind zu zahlreich, um alle an dieser Stelle abhandeln zu können.

 

Schlussfolgerung

Für Muslime und Musliminnen ist der Koran die primäre Erkenntnisquelle, aus der sie ihre Weltanschauung und Lebenspraxis ableiten. Diese zentrale Rolle, die dem Koran seitens der Muslime zukommt, wurde im Abendland lange Zeit vehement abgelehnt. Der Koran wurde über Jahrhunderte als ein epigonales oder gar teuflisches Werk angesehen. Nur wenige Autoren wagten eine neutrale oder gar positive Sicht auf den Koran. Erst mit dem Zeitalter der Aufklärung fand eine relative Öffnung statt, in der Denker und Dichter wie Herder und Lessing die Toleranz betonten und differenzierte sowie sachliche Perspektiven möglich wurden.

Johann Wolfgang von Goethe war ein wichtiger Vertreter dieser weltbürgerlichen Tradition. Für ihn „stand zeit seines Lebens außer Frage, daß auch der Koran, neben der Bibel, ein heiliges Buch sei.“[67] Im Sinne der aufklärerischen Toleranz „betrachtete er den Koran als ein greifbares Beispiel dafür, daß neben der Bibel noch andere Schriften existieren, die großen Teilen der Menschheit heilig sind.“[68]

Goethe ging es aber bei seiner Beschäftigung mit dem Koran nicht „ausschließlich darum, religiöse Toleranz zu demonstrieren (…). Vielmehr hing Goethes Studium des Korans mit seinem charakteristischen Drang zusammen, alle ihm erreichbaren religiösen Meinungen kennenzulernen.“[69] „Goethes Hochachtung vor der heiligen Schrift des Islam gründete unter anderem in seiner Bewunderung für deren besonderen sprachlichen Wert.“[70]

Die Tatsache, dass Goethe den Koran bestaunte und seine Bewunderung vor allem auch dessen sprachlichen Vorzügen galt, mag auf den ersten Blick irritieren, da er die arabische Sprache nicht beherrschte. Doch seine Begeisterung wird wieder nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass er mehrere Übersetzungen des Korans verwendete sowie auch Literatur um den Koran herum heranzog. Zudem konsultierte er Fachleute seiner Zeit, sodass er sich nicht nur mit dem Inhalt des Korans bestens auskannte, sondern auch mit dem historischen Kontext des heiligen Buches vertraut war. Diese Feststellung kann neben seinen Notizen und Abhandlungen zum West-östlichen Divan auch seinen biographischen Daten entnommen werden. Mommsen führt einen weiteren Faktor an, der Goethes tiefe Einsicht in den Koran trotz seiner sprachlichen Distanz zu erklären hilft: „Zwar konnte er den Koran in der Originalsprache nicht lesen, aber sein außerordentlich feines Gespür ließ ihn die Qualität eines Textes auch dann erkennen, wenn er ihm in einer unzulänglichen Übersetzung vorlag.“[71]

Wenn wir weiterhin die Frage ergründen, welche Motive Goethe bewegten sich mit dem Koran zu beschäftigen, so findet man auch inhaltliche bzw. theologische Aspekte. „Vornehmlich wurde Goethe jedoch zum Koran hingezogen durch religiöse Affinitäten. Hauptpunkte der islamischen Lehre, wie sie der Koran verkündet, stimmten mit seinen religiösen und philosophischen Überzeugungen überein. Diese Hauptpunkte waren: die Lehre von der Einheit Gottes, …“[72]

Diese Übereinstimmungen und Goethes direkte Äußerungen oder gar Bekenntnisse in poetischer und prosaischer Form wie z. B., dass er den Verdacht nicht ablehnt, „dass er selbst ein Muselmann sei“[73], brachte und bringt einige Leser, insbesondere muslimische, sogar auf die Idee, ihn als einen Muslim anzusehen. Der verstorbene muslimische Autor Muhammad ibn Rassoul war der Auffassung, dass Goethe, „zweifellos ein Muslim war“[74] und bezeichnete ihn daher als ‚Bruder Goethe‘.

Andererseits ist zu beobachten, dass Goethes Verhältnis zum Islam im Allgemeinen und zum Koran im Besonderen trotz der Belege und des vielfältigen Materials in seinen Biographen sowie im Rahmen der Schul- und Allgemeinbildung kaum Beachtung findet. Peter von Arnim stellt fest: „In den meisten Goethe-Biographien werden die Begriffe Islam und Koran so sorgfältig umgangen, als handle sich um die Erwähnung des Gottseibeiuns.[75]

Meines Erachtens sollte Goethes Beschäftigung mit dem Islam und dem Koran nicht auf die Frage reduziert werden, ob er ein Muslim war oder nicht,[76] sondern vielmehr, welche Ideen und Perspektiven er hatte und inwiefern diese heute relevant sein können. Er teilte in wesentlichen Punkten die koranische Weltanschauung, verehrte und würdigte den Koran. Diese Haltung resultierte nicht aus einer romantischen Gesinnung, sondern vielmehr einem intensiven Studium - trotz unzureichender Quellenlage.

Peter von Arnim weist hierzu auf einen wichtigen Gesichtspunkt hin:

„Vor allem aber fand Goethe, obwohl der arabischen Sprache nicht mächtig, über die Brücke mangelhafter Übersetzungen hinweg ganz intuitiv einen viel unmittelbareren und lebendigeren Zugang zum Koran als die hundert- und aberhunderttausend von muslimischen Schriftgelehrten heute und die von ihrer Autorität abhängigen Millionen von Gläubigen.“[77]

Ebenso kann man unzählige Orientalisten und sogenannte Islamexperten finden, die trotz der Fülle an Literatur und mithilfe hochmoderner Mittel der Informationsbeschaffung nicht in die Nähe der Weitsichtigkeit und Aufgeschlossenheit Goethes herankommen können. Dieser Umstand macht besonders deutlich, welch eine entscheidende Rolle der (Vor-)Einstellung des Rezipienten bei seiner Rezeption zukommt.

Meiner Ansicht nach gehört der Koran für Goethe zu einem der wichtigsten Werke der Weltliteratur, den er auch seinen Lesern im Rahmen seiner Idee der Weltliteratur näherbringen wollte.

Ich beende meinen Text mit den Worten Goethes aus dem Jahre 1820:

„Indessen sammeln sich neue Gedichte zum Divan. Diese mohammedanische Religion, Mythologie, Sitte geben Raum einer Poesie, wie sie meinen Jahren ziemt. Unbedingtes Ergeben in den unergründlichen Willen Gottes, heiterer Überblick des beweglichen, immer kreis- und spiralartig wiederkehrenden Erdetreibens, Liebe, Neigung, zwischen zwei Welten schwebend, alles Reale geläutert, sich symbolisch auflösend. Was will der Großpapa weiter?“[78]

 

Literatur

Bobzin, Hartmut: Der Koran - eine Einführung. München: Beck, 1999.

Bobzin, Hartmut: Der Koran im Zeitalter der Reformation. Studien zur Frühgeschichte der Arabistik und Islamkunde in Europa. Würzburg: Ergon, 2008.

Goethe, Johann Wolfgang von: Goethes Werke. Hamburger Ausgabe. Band 2: Gedichte und Epen II. München: Beck, 17. Aufl. 2005.

Goethe, Johann Wolfgang von: Sämtliche Werke. Band 3. Epen, Divan, Theatergedichte. Zürich: Artemis, 1977.

Hammer-Purgstall, Joseph von: Die letzten vierzig Suren des Korans als eine Probe einer gereimten Übersetzung desselben. In: Fundgruben des Orients 2 (1811), 25-46.

Henning, Max: Der Koran. Das heilige Buch des Islam. Überarbeitet und herausgegeben von Murad Wilfried Hofmann. München: Diederichs, 1999.

Mommsen, Katharina: Die Bedeutung des Korans für Goethe. In: Goethe und die Tradition. Hg. Hans Reiss. Frankfurt: Athenäum, 1972. S. 138-162.

Mommsen, Katharina: Goethe und der Islam. Frankfurt: Insel, 2001.

Neuwirth, Angelika: Koran. In: Grundriß der arabischen Philologie. Bd. 2. Literaturwissenschaft. Hg. Helmut Gätje. Wiesbaden: Reichert, 1987. S. 96-135.

Rassoul, Muhammad ibn: Bruder Johann Ibn Goethe. Köln: Islamische Bibliothek, 1998.

Rührdanz, Karin: Orientalische Handschriften in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. In: Goethes Morgenlandfahrten. West-östliche Begegnungen. Hg. Jochen Golz. Frankfurt: Insel, 1990. S. 97-111.

Watt, Montgomery und Alford Welch: Der Islam I. Stuttgart: Kohlhammer, 1980.

 

[1] Mommsen: Goethe und der Islam, 20.

[2] Koran, 16:103.

[3] Neuwirth: Der Koran, 100.

[4] Mommsen: Goethe und der Islam, 12-13.

[5] Watt: Der Islam, 17. Er fügt hinzu: „Auch der objektivieren Forschung der letzten 150 Jahre ist es nicht gänzlich gelungen, das Islambild für den heutigen abendländischen Betrachter zu entzerren.“

[6] Vgl. Hofmann in: Henning: Der Koran, 12-13.

[7] Bobzin: Der Koran, 17.

[8] Mommsen: Goethe und der Islam, 11.

[9] Goethe: Sämtliche Werke, 3:503 (Divan: Noten und Abhandlungen, Buch des Paradieses).

[10] Mommsen: Goethe und der Islam, 20, vgl. auch 23.

[11] Vgl. Koran, 20:25-28.

[12] Mommsen: Goethe und der Islam, 26.

[13] Vgl. Mommsen: Goethe und der Islam, 26-30.

[14] Fendri, Mounir: Tradition und Wandel im deutschen Islambild im 18. Jahrhundert im Spiegel zweier Koranübersetzungen: Megerlin (1772) und Boysen (1773). In: KGS 10 (1997), 253-272; Mommsen, Katharina: Goethe und der Islam. Frankfurt: Insel, 2001. S. 31-35; Rehrmann, Marc-Oliver: Ehrenthron oder Teufelsbrut? Das Bild des Islams in der deutschen Aufklärung. Zürich: Spur, 2001. S. 74-85; Cyranka, Daniel: Mahomet. Repräsentationen des Propheten in deutschsprachigen Texten des 18. Jahrhunderts. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2018. S. 421-428.

[15] Megerlin, David Friederich: Die türkische Bibel oder des Korans allererste teutsche Übersetzung aus der arabischen Urschrift selbst verfertiget. Frankfurt: Garbe, 1772.

[16] Mommsen: Goethe und der Islam, 26, 32 ff.

[17] Frankfurter Gelehrte Anzeigen Nr. 102 (22. Dezember 1772), 811, XVIII: Megerlins Koran.

[18] Siehe Glei, Reinhold F.: Arabismus latine personatus. Die Koranübersetzung von Ludovico Marracci (1698) und die Funktion des Lateinischen. In: Jahrbuch für Europäische Wissenschaftskultur 5 (2009/10), 93-115; Glei, Reinhold F. und Roberto Tottoli: Ludovico Marracci at work. The evolution of his Latin translation of the Qur’ān in the light of his newly discovered manuscripts. With an edition and a comparative linguistic analysis of Sura 18. Wiesbaden: Harrassowitz, 2016; Tottoli, Roberto: Ludovico Marracci. In: Christian-Muslim Relations. A Bibliographical History. Volume 9. Western and Southern Europe (1600-1700). Eds. David Thomas, John Chesworth. Leiden: Brill, 2017. S. 791-800; Hamilton, Alastair: After Marracci: The Reception of Ludovico Marracci’s Edition of The Qur’an in Northern Europe from the Late Seventeenth to the Early Nineteenth Centuries. In: JQS 20,3 (2018), 175-192.

[19] Vgl. Mommsen: Goethe und der Islam, 33.

[20] Richard, Francis und Alastair Hamilton: André du Ryer and Oriental studies in seventeenth-century France. London: The Arcadian Library, 2004; Feingold, M.: “The Turkish Alcoran”. New light on the 1649 English translation of the Koran. In: Huntington Library Quarterly 75 (2013), 475-501; Hamilton, Alastair: André Du Ryer. In: Christian-Muslim Relations. A Bibliographical History. Volume 9. Western and Southern Europe (1600-1700). Eds. David Thomas, John Chesworth. Leiden: Brill, 2017. S. 453-465.

[21] Mommsen: Goethe und der Islam, 13.

[22] Bobzin: Der Koran im Zeitalter der Reformation, 272.

[23] Siehe Bevilacqua, A.: The Qurʾan translations of Marracci and Sale. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 76 (2013), 93-130; Cyranka, Daniel: Mahomet. Repräsentationen des Propheten in deutschsprachigen Texten des 18. Jahrhunderts. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2018. S. 310-325; Bennett, Clinton: George Sale. In: Christian-Muslim Relations. A Bibliographical History. Volume 13. Western Europe (1700-1800). Eds. David Thomas, John A. Chesworth. Leiden: Brill, 2019. S. 325-343.

[24] Sale, George: The Koran. Commonly called The Alcoran of Mohammed. Translated into English immediately from the original Arabic … To which is prefixed a Preliminary Discourse. London: J. Wilcox, 1734; Der Koran, oder insgemein so genannte Alcoran des Mohammeds. Unmittelbar aus dem Arabischen Original in das Englische übersetzt und mit beygefügte, aus den bewährtesten Commentatoribus genommennen Erklärungs-Noten. Wie auch einer vorläuffigen Einleitung versehen von George Sale. Aufs treulichste wieder ins Teutsche verdollmetscht von Theodor Arnold. Lemgo: Meyer, 1746.

[25] Vgl. Mommsen: Goethe und der Islam, 17.

[26] Frankfurter Gelehrte Anzeigen Nr. 102 (22. Dezember 1772), 811, XVIII: Megerlins Koran.

[27] Mommsen: Goethe und der Islam, 142.

[28] Siehe Fück, Johann: Die arabischen Studien in Europa bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts. Leipzig: Harrassowitz, 1955. S. 158-166; Kaiser, Reinhard: Josef von Hammer-Purgstall. Sprachknabe, Diplomat, Orientalist. In: Europa und der Orient. 800-1900. Lesebuch. Hg. Gereon Sievernich, Hendrik Budde. Berlin: Berliner Festspiele GmbH, 1989. S. 106-114.

[29] Mommsen: Goethe und der Islam, 143.

[30] Mommsen: Goethe und der Islam, 144.

[31] Mommsen: Goethe und der Islam, 155.

[32] Hammer-Purgstall: Fundgruben des Orients, 33.

[33] Frankfurter Gelehrte Anzeigen Nr. 102 (22. Dezember 1772), 811, XVIII: Megerlins Koran.

[34] Mommsen: Goethe und der Islam, 48.

[35] Mommsen: Goethe und der Islam, 59.

[36] Mommsen: Goethe und der Islam, 67.

[37] Siehe Koran, 2:2-7.

[38] Goethe: Divan, 433.

[39] Goethe: Divan, 434.

[40] Mommsen: Goethe und der Islam, 25.

[41] Siehe Navid Kermani: Gott ist schön. Das ästhetische Erleben des Koran. München: Beck, 4. Aufl. 2011.

[42] Siehe Mommsen: Goethe und der Islam, 121f.

[43] Die Übersetzung seines Freundes lautete wie folgt: „Im Namen Gottes des barmherzigen Erbarmers! Sprich: Ich fliehe zum Herrn der Menschen - vor dem Übel der Einflüsterung des Flüchtlings (d. i. des Teufels).“ (Mommsen: Goethe und der Islam, 122.)

[44] Siehe Mommsen: Goethe und der Islam, 123f.

[45] Siehe Mommsen: Goethe und der Islam, 124, 414f.

[46] Goethe schreibt in einem Brief über seinen Eindruck: „…aber man muß dergleichen Handschriften wenigstens sehen, wenn man sie auch nicht lesen kann, um sich einen Begriff von der orientalischen Poesie und Literatur zu machen. Die unendliche Verehrung gegen ihre Dichter, Weltweisen und Gottesgelehrten sowie die größte Geduld und Sorgfalt drücken sich in diesen Handschriften aus.“ (an Christian Gottlob Voigt, Weimar, 10. Januar 1815. In: Rührdanz: Orientalische Handschriften, 106.)

[47] Mommsen: Goethe und der Islam, 127.

[48] Mommsen: Goethe und der Islam, 128. Dichterisch schreibt Goethe über sein Verhältnis zu Hafis: Und mag die ganze Welt versinken, / Hafis, mit dir, mit dir allein / Will ich wetteifern! Lust und Pein / Sei uns, den Zwillingen, gemein! / Wie du zu lieben und zu trinken, / Das soll mein Stolz, mein Leben sein. (Goethe: Divan, 303.)

[49] Vgl. Mommsen: Goethe und der Islam, 129f.

[50] Goethe: Divan, 290.

[51] Vgl. Mommsen: Goethe und der Islam, 410ff.

[52] Mommsen: Goethe und der Islam, 429.

[53] Vgl. Koran, 3:59f., 5:116f.

[54] Vgl. Koran, 112:1f.

[55] Goethe: Divan, 406.

[56] Vgl. Koran, 6:97.

[57] Goethe: Divan, 289.

[58] Vgl. Koran, 16:90.

[59] Goethe: Divan, 290.

[60] Siehe Koran, 2:26.

[61] Goethe: Divan, 405.

[62] Goethe: Divan, 371.

[63] Siehe Koran, 26:216-227.

[64] Goethe: Divan, 301.

[65] Siehe Koran, 12:1ff.

[66] Goethe: Divan, 344ff.

[67] Mommsen: Goethe und der Islam, 17.

[68] Mommsen: Goethe und der Islam, 21.

[69] Mommsen: Goethe und der Islam, 21.

[70] Mommsen: Goethe und der Islam, 24.

[71] Mommsen: Goethe und der Islam, 24.

[72] Mommsen: Goethe und der Islam, 25.

[73] Mommsen: Die Bedeutung des Korans für Goethe, 150.

[74] Rassoul: Bruder Johann ibn Goethe, 6.

[75] Mommsen: Goethe und der Islam, 434.

[76] Wenn wir uns Goethes private und öffentliche Aussagen zum Thema anschauen und insbesondere seine Verwendung des Islam-Begriffs genauer untersuchen, können wir vermuten, dass Goethe nicht im institutionellen Sinne ein Muslim, aber im nicht-konfessionellen, universellen Sinne ein muslim (ein sich gottergebender Mensch) war. Vgl. Mommsen, Katharina: Zu Goethe und der Islam - Antwort auf die oft aufgeworfene Frage: War Goethe ein Muslim? In: Goethe Yearbook 21 (2014), 247-254.

[77] Mommsen: Goethe und der Islam, 450-451.

[78] Goethe an Zelter, Karlsbad, 11. Mai 1820. In: Goethes Werke, 543.